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Die Gefahr der Einfachheit

Thomas Schwabe

"Wir wissen zwar nicht wohin wir wollen, dafür sind wir aber schneller dort."

Ein einfacher Texteditor genügt bereits, um schnell ein paar Seiten für die dringend notwendig gewordene Präsenz im Internet ("die Mitbewerber sind schon seit letzter Woche online") zu programmieren. Diverse Tools helfen durch Drag and Drop-Funktionen und (versprechen) WYSIWYG ("What you see is what you get"). Aber ist diese Vorgehensweise wirklich ein guter Start?

Betrachtet man die Homepages vieler Unternehmen, so fragt man sich zuweilen, ob bei der Internet-Konzeption und Umsetzung die gleichen Überlegungen und Vorgehensweisen angewandt wurden, wie beim Einsatz altbekannter Medien.

Unternehmen, die sich beispielsweise bei Printmedien eine vergleichbar schlechte Qualität nie bieten lassen würden, akzeptieren plötzlich ausgefranste Logos, laufende Fehlermeldungen durch schlecht programmierte Seiten, Farbkombinationen, die das Lesen der dargebotenen Informationen unmöglich machen oder Ladezeiten von mehreren Minuten, die für Frust bei der informationshungrigen Internet-Gemeinde sorgen. Die Seiten sind zwar schnell erstellt, aber ein negativer Image-Effekte ist damit vorprogrammiert.

Der erste Eindruck prägt

Die Frage ist also, wie gehen Sie die Herausforderung "Internet" richtig an. Bedenken Sie bitte, daß der erste Eindruck prägend ist und eine nachträgliche Korrektur ins Positive "im Kopf des Internet-Users" ein Vielfaches an Anstrengung und Überzeugungskraft bedarf. Zu alledem müssen Sie den "Enttäuschten" ja irgendwie wieder auf Ihre Site locken.

Schritt eins ist daher die Planung jener erfolgversprechenden Strategie, die Sie mit Ihrer Internet-Präsenz verfolgen möchten. Wen möchten Sie ansprechen? Kunden, Händler, Lieferanten, Bürgerinitiativen ... ? Oder möchten Sie "nur" die unternehmensinterne Kommunikation kostensparend durchführen?

Zeit nehmen für die richtige Strategie

Welchen Nutzen können Sie den definierten Teilöffentlichkeiten durch das Internet bieten? Welcher Informationsbedarf soll befriedigt werden? Möchten Sie neue Kunden hinzugewinnen oder bestehende besser betreuen?

Sie sehen, vorab gilt es eine Menge an Fragen zu klären. Machen Sie also einen Schritt zurück und überlegen Sie in aller Ruhe, was Sie sich für Ihr Unternehmen vom Internet erwarten und vor allem, was sich Ihre Zielgruppen von Ihnen erwarten. Surfen Sie durchs Internet und checken Sie Ihre Konkurrenz. Hier erkennen Sie meistens blitzartig, was gut und was weniger empfehlenswert ist.

Übrigens, während Sie überlegen, sollten Sie bereits rechtzeitig, am besten noch heute, Ihr "Wunschkennzeichen" im Internet beantragen. WWW.IhrWunschName.COM könnte sonst von einem anderen Unternehmen reserviert werden.

Von Ihren Zielen hängt in weiterer Folge das gesamte Vorgehen und unter anderem auch das dazu benötigte Budget ab. Nur "auch dabei zu sein" ist zu wenig, die Erfolgschancen wären mit der wöchentlichen Millionenrad-Ziehung vergleichbar.

Machen Sie es sich nicht zu einfach. Viele Unternehmen investieren bereits Millionen in dieses neue Medium, daß sich mehr und mehr zur Formel 1 der Kommunikation entwickelt. Mit eine_20m Seifenkisterl an den Start zu gehen, erscheint nicht wirklich sinnvoll. Eine Präsenz im Internet kann ein paar tausend oder Hundertausende Schilling kosten und sie kann nichts oder Millionen an "return of investment" bringen.

Nehmen Sie sich die Zeit bis zur nächsten Ausgabe. Da besprechen wir die nächsten Erfolgsfaktoren für Ihr Internet-Engagement.

Tips:

  • Bevor Sie versuchen, mit einer Seifenkiste ein Formel 1 Rennen zu bestreiten, lassen Sie es lieber sein.
  • Reservieren Sie Ihre URL (www.IhreFirma.com) noch heute.
  • Definieren Sie Ihre Ziele, die Sie mit dem Internet verfolgen.
  • Checken Sie Ihre Konkurrenz!

Zur Person:

Thomas Schwabe ist Geschäftsführer von GO PUBLIC Internet Relations. Seit 1995 ergänzt der Geschäftsbereich "Internet und neue Medien" das bis dahin ausschließlich auf Public Relations - Kommunikations-Management spezialisierte Beratungsunternehmen mit Sitz in Baden bei Wien.

Kontakt:
thomas.schwabe@go-public.com
http://www.go-public.com