7-8/97

Vielseitiger Mailserver für Windows NT

Mit dem neuen Mailserver erweitert Hummingbird, weltweit eines der führenden Unternehmen bei der PC-UNIX-Integration, sein Angebot an offenen Windows NT-Server- produkten.

Der Mailserver stellt den Pfad für eine offene und Plattform-übergreifende unternehmensweite Mail-Lösung dar. Der leistungsstarke Simple Mail Transfer Protocol (SMTP)-Server überwindet durch die Implementierung unter Windows NT die inhärenten Schwierigkeiten, welche mit Mailservern, die auf Sendmail unter UNIX basieren, verbunden sind.

Komplexe Konfigurationsorgien und Leistungsschwächen gehören mit diesem Produkt der Vergangenheit an. Dieser Mailserver wurde von Grund auf für Windows NT entwickelt und nutzt dessen Fähigkeiten sowie Sicherheits- und Administrationsmechanismen entsprechend aus, wodurch sich eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer simplen Portierung von UNIX-Sendmail ergeben.

Durch die konsequente Ausnutzung der Multithreading-Fähigkeit von Windows NT wird eine schnelle Verarbeitung von eingehender und ausgehender Mail erreicht. Durch die Implementierung eines POP2, POP3, APOP und IMAP4 Servers arbeitet der Mailserver mit nahezu jedem am Markt verfügbaren E-Mail-Client zusammen. Er läßt sich nahtlos in bereits bestehende SMTP und UNIX Mailsysteme integrieren und unterstützt sowohl MIME als auch UUENCODE/UUDECODE zur Übertragung von binären Daten mit E-Mails.

Mit dem integrierten IMAP4.1 Server können Benutzer auf die eingelangten E-Mails unterwegs über Notebook, zu Hause vom Heimbüro und von der Workstation am Arbeitsplatz zugreifen, ohne die E-Mails jeweils von einem Computer zum anderen und zurück transportieren zu müssen. Mit dem IMAP4.1 Standard greifen die E-Mail-Clientprogramme auf Message Stores zu, die sich am Server befinden, als ob sie lokal vorhanden wären. Dadurch können jene Probleme vermieden werden, die sich sonst bei der Verwendung von mehreren Computern oder unterschiedlichen E-Mail-Clients ergeben würden.

Effizientes Design

Der Hummingbird Mailserver basiert auf einer effizienten Implementierung einer multithreaded und überlappenden I/0-Architektur, die bis zum 10-fachen der Leistung eines Sendmail-basierenden Mailservers erreicht. In einer Stunde können so bis zu 72.000 E-Mails verarbeitet werden, was eine Durchschnittsleistung von 20 E-Mails pro Sekunde bedeutet. Selbst beim Senden einer E-Mail an mehrere Benutzer werden nur wenige Ressourcen benötigt.

Sendmail erstellt, im Gegensatz dazu, für jede zu sendende Mail einen eigenen Prozeß, der den Rechner entsprechend mehr beansprucht. Der Mailserver ist als Service in Windows NT implementiert, wodurch eine hohe Leistungsfähigkeit und vollständige Unterstützung von symmetrischem Multiprocessing (SMP) erreicht wird.

Hohes Maß an Sicherheit

Das automatische Überschreiben der Header-Informationen erlaubt es dem Systemadministrator, die Header Lines jeder ausgehenden E-Mail zu kontrollieren. Auf diese Weise können beispielsweise interne Rechnernamen verborgen und Domainnamen verändert werden. Der Mailserver kann auf einem einzigen Windows NT-Server Tausende E-Mail-Benutzer verwalten, ohne Windows NT-Accounts für sie erstellen zu müssen. Die Benutzer können auf die Festplatten des Mailservers über die Console oder das Network Login nicht zugreifen, sofern diese nicht freigegeben wurden. Da Authentication POP (APOP) unterstützt wird, werden keine Paßwörter mehr unverschlüsselt über das Netz übertragen.

Außerdem kann ein Verbindungswunsch, abhängig von der IP-Adresse des anfragenden Computers, gestattet oder verwehrt werden. Da diese Möglichkeit für jedes Service individuell besteht, ist es beispielsweise möglich, alle Intranet-Verbindungen unter beliebigen Protokollen zuzulassen, wohingegen externe Verbindungen nur über das sicherere APOP-Protokoll aufgebaut werden können. Mit einem einzigen Mailserver können mehrere virtuelle Domänen verwaltet sowie verschiedene E-Mail-Adressen auf einen einzigen physischen Account gemappt werden. Für virtuelle Domänen ist nur ein einziges Netzwerkinterface notwendig.

Remote Konfiguration

Zur Verwaltung steht ein einfach handzuhabendes Point-and-Click-Interface zur Verfügung, das es erlaubt, auch komplizierteste Funktionen einfach und komfortabel von jedem im Netzwerk integrierten NT Server zu konfigurieren. Für den Betrieb des Mailservers ist keine ständige Verbindung mit dem Internet erforderlich.

Ebenso können Wählverbindungen zum Internet Service Provider (ISP) verwendet werden, wobei die zu sendenden Mails in eine Warteschlange gestellt und abgesendet werden, sobald eine Verbindung zum Internet besteht. Über einen integrierten Remote Access Server (RAS) kann die Wählverbindung auch vom Mailserver initiiert werden.

Zum Handling der E-Mail stehen Forward, Copy und Vacation Modes zur Verfügung, die auch vom Benutzer konfiguriert werden können. Ein Importhilfsmittel, das bei der Ersterstellung von Mailaccounts von anderen Systemen nützlich ist, wurde ebenfalls implementiert.

Skalierbarkeit

Das am Server installierte Mail Store kann sich sowohl über mehrere physikalische Festplatten als auch über mehrere physikalische Server erstrecken, wodurch de facto bei der Menge an verwendbarer Speicherkapazität keine Grenze nach oben gesetzt ist. Der verwendbare Speicherplatz kann dabei vom Administrator erhöht werden, ohne den Mailserver neu installieren zu müssen.

Es ist aber auch möglich globale sowie User-spezifische Quotas zu vergeben, um den verfügbaren Plattenplatz einzuschränken. Bis zu 4 Milliarden E-Mails können von einem einzigen Mailserver verwaltet werden.

Distribution-Mailing-Listen

Zur rascheren und einfacheren Verteilung von Informationen können auch einzelne Benutzer ihre eigenen Mailing-Listen erstellen. Die Aufnahme beziehungsweise die Entfernung von einer Mailing List kann durch automatisches oder manuelles Subscribing beziehungsweise Unsubscribing erfolgen. Die eingerichteten Mailing-Listen können auch für den Public Access geöffnet werden, so daß jedermann, für den die Mailing-Liste interessant ist, auch subskribieren und E-Mails empfangen sowie abschicken kann.

Diese Mailing-Listen können auch moderiert werden, wodurch jede gepostete Message zuerst zum Listenmoderator geroutet wird, bevor sie an alle Mitglieder der Liste weitergeschickt wird. Die Listen können entweder als "regular" oder als "digest" definiert werden. Der Unterschied liegt darin, daß im Regular Mode die E-Mails sofort weitergeleitet werden, nachdem sie gepostet wurden.

Im Gegensatz dazu werden im Digest Mode die E-Mails in sogenannten Digest Groups gesammelt und dann in einer einzigen Aktion weitergeleitet. Diese wird entweder durch die Anzahl gesammelter E-Mails, die Größe der Digest Group oder die Zeit seit dem Eintreffen der Nachricht getriggert. Die beiden Modes können auch in einer einzigen Liste kombiniert werden. Dadurch bekommen einige Mitglieder die Nachrichten sofort nachdem sie gepostet werden, während andere die Nachrichten in periodischen Abständen zugestellt bekommen.

Zuverlässiger Betrieb ist gewährleistet

Aufgrund der speziellen Systemarchitektur ist der Server auch in der Lage, Tausende von gleichzeitigen Verbindungen zuverlässig zu bedienen, ohne Mailpakete zu verlieren oder Verbindungswünsche von Clientprogrammen zurückzuweisen. Sollte ein Systemfehler den Mailserver in die Knie zwingen, werden alle dadurch entstandenen Dateninkonsistenzen automatisch bereinigt und der normale Betrieb wieder aufgenommen.

Der Message Store wird automatisch wiederhergestellt und die vor dem Auftreten des Systemfehlers nicht mehr gesendeten E-Mails werden abgeschickt. Durch das Protokollieren von bereits gesendeten und noch nicht gesendeten Nachrichten wird verhindert, daß E-Mails mehrfach ausgesendet werden.

Weiters kann ein zentrales Logging für alle installierten Server aufgesetzt werden, so daß der Zustand des gesamten Mailsystems in Echtzeit bekannt ist. Leistungsfähige Filter und Report-Generatoren vereinfachen die Arbeit des Systemadministrators bei der Überwachung von kritischen Operationen.

Breite Unterstützung von Standards

Durch die Implementierung praktisch aller heute gebräuchlicher Mail-Handling Protokolle steht einem unternehmensweiten Einsatz nichts im Wege. Im Detail werden die folgenden Internet Request for Comments (RFCs) unterstützt:

  • RFC 821 Simple Mail Transfer Protocol
  • RFC 822 Standard for the format of ARPA Internet Text Messages
  • RFC 937 Post Office Protocol Version 2 (POP2)
  • RFC 1225 Post Office Protocol Version 3 (POP3)
  • RFC 2060 Internet Message Access Protocol Version 4revl (IMAP4.1)

Der Mailserver erfordert Windows NT 3.51 oder größer sowie 64 MByte RAM und 35 MByte Festplattenspeicher (zuzüglich der Benutzerdaten). Gemessen an der gebotenen Leistung zählt er zu einem der günstigsten Mailserver und ist mit einer Lizenz für 100 Mail Accounts bereits um 16.728,- öS inkl.MwSt. erhältlich.

MSB Software
Tel. 01/526 48 25