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Europäische Kommission:Zukünftige Marktchancen der SprachtechnologieUnter dem Titel "EUROMAP" kündigt das DG-XIII der Europäischen Kommission den Beginn eines ehrgeizigen multinationalen Projekts an, das die Marktchancen von natürlichsprachlichen Computersystemen ermitteln und so, gemeinsam mit weiteren Initiativen, Europa für das Zeitalter der Informationsgesellschaft fit machen soll.
Bei dieser Untersuchung, die in diesem Umfang die erste ihrer
Art darstellt, wird über einen Zeitraum von über einem
Jahr in siebzehn Ländern der Europäischen Union sowie
des Europäischen Wirtschaftsraums eine Übersicht über
jene gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technologischen und
politischen Kräfte in Europa erarbeitet, in deren Einflußbereich
es liegt, für das umfassende europäische Potential auf
dem Gebiet der Sprachverarbeitung neue Anwendungshorizonte zu
erschließen. Insbesondere werden die Ergebnisse des Projekts
auch eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Erstellung
des 5. Rahmenprogramms im Bereich Sprachverarbeitung liefern,
innerhalb dessen die Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf
Europaebene koordiniert werden.
"Telekommunikation und Computer wachsen zu einer globalen Informations-Infrastruktur zusammen und eröffnen so für alle Teile der Gesellschaft bahnbrechende neue Möglichkeiten, Computertechnologie unter Einsatz der enormen Ausdruckskraft menschlicher Sprache zu nutzen", so Roberto Cencioni, der Leiter des Bereichs Sprachverarbeitung im DG-XIII und Initiator des Projekts EUROMAP. All dies ist nur möglich dank der umfangreichen Forschungsaktivitäten im Bereich der Sprachtechnologie, wie etwa der Entwicklung von Informations- und Kommunikationssystemen, die die menschliche Sprache beherrschen und dem Benutzer die Interaktion, Arbeit, das Spielen oder Kommunizieren mit dem Computer dadurch erleichtern, daß er dabei seine gewohnte menschliche Sprache verwenden kann. Von der Informationssuche am Arbeitsplatz über die einfache Verfügbarmachung von Ankündigungen über das Datennetz, die Durchführung von Bankgeschäften vom Büro oder von zu Hause aus bis zur Orientierungshilfe für Autofahrer - die Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Sprach- technologie wird in Zukunft die Kommunikation mit Informationssystemen aller Art leichter und effizienter gestalten. Immer mehr Wirtschaftsexperten schließen sich der Auffassung an, daß diese "sprachfähigen" Systeme in der nächsten Phase der digitalen Revolution eine essentielle Rolle spielen werden. Dank seiner durch Mehrsprachigkeit geprägten Struktur und Tradition verfügt Europa über eines der umfassendsten Wissensreservoirs weltweit zur Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Sprachtechnologie für eine überaus breite Palette von Sprachen. "Ohne ein genaues Bild darüber, wie diese Anwendungen den Weg zu einer Informationsgesellschaft eröffnen können, die ganz im Dienste des Menschen steht und seinen Bedürfnissen gerecht wird, ist es jedoch nicht möglich, die zukünftigen Investitionen in diesem forschungsintensiven Bereich zu planen", so Roberto Cencioni. EUROMAP wird ein Inventar existierender und potentieller Anwendungen von Sprach-Technologien erstellen, die eine effizientere Nutzung von Wissen im kommerziellen Bereich, verbesserte Kundenbetreuung, eine wirkungsvollere Verbreitung von Informationen im öffentlichen Bereich, elektronischen Zugang zu neuen Absatzmärkten sowie Kosteneinsparungen und erhöhte Wettbewerbsvorteile in allen Sektoren ermöglichen sollen. Weiters soll erforscht werden, welchen Nutzen die Informationsgesellschaft für Behinderte bieten kann und wie das Potential der Sprachtechnologie im Bereich Kultur und Medien eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse des Projekts werden die marktrelevanten Daten liefern, die als Entscheidungsgrundlage auf höchster europäischer Ebene dienen sollen. Sie werden die umfassendste Informationssammlung bilden, die jemals über diese sprachliche Dimension der Informationsgesellschaft erstellt wurde. EUROMAP wird von der Europäischen Kommission im Umfang von rund 1,5 Millionen ECU finanziert, einige Mitgliedsstaaten stellen noch zusätzliche Mittel zur Verfügung. Beteiligt sind alle 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island und Norwegen. Projektkoordinator auf europäischer Ebene ist das britische Handels- und Wirtschaftsministerium (Dr.Peter Lee), mit der Projektleitung ist das in Groß britannien beheimatete Konsulentenbüro für Sprachtechnologie Equipe Consultants, Ltd. betraut. Equipe ist Entwickler der zum Einsatz kommenden Erhebungsmethode und fungiert als Koordinator der nationalen Kontaktinstitutionen (National Focal Points- NFPs), die die Erhebung in ihrem jeweiligen Land durchführen. In Österreich wurde das renommierte Österreichische Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) mit der Durchführung der Erhebung betraut. Das ÖFAI ist in Österreich führend auf dem Gebiet der Sprachtechnologie, seit seiner Gründung im Jahr 1984 hat das Institut an zahlreichen europäischen und nationalen Forschungsprojekten in diesem Bereich mitgewirkt. Es ist Mitglied in ELSNET, dem von der EU geförderten Network of Excellence on Language and Speech. "Sprachtechnologie ist einer unserer wichtigsten Arbeitsschwerpunkte; eine Verbesserung der nationalen Kooperation zwischen Forschung, Wirtschaft und Anwendern wird die österreichische Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Gebiet innerhalb der EU und auch weltweit stärken", ist Prof.Robert Trappl, Leiter des ÖFAI, überzeugt. "EUROMAP soll zur Bildung eines neuen Bewußtseins für die Notwendigkeit von mehrsprachigen Technologien in Europa beitragen", so Rose Lockwood, die Direktorin von Equipe Consultants Ltd. "Es gilt schon heute als sicher, daß Sprachtechnologien ein fester Bestandteil der nächsten Generation von Informations- und Kommunikationssystemen sein werden." Die Ergebnisse des Projekts sollen Anfang 1998 veröffentlicht werden. Weitere Informationen: EUROMAP / NFP für Österreich Österreichisches Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) Tel. 01/5353281-17 Email: ernst@ai.univie.ac.at ![]() http://www.ai.univie.ac.at/oefai/nlu/euromap.html
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