
3/97
Niederösterreichische Landwirtschaftskammer:Der Bauer "im Netz"... wie mittels dezentraler Dateneingabe und dem Aufbau eines Netzwerkes die Landwirte zu EU-Geldern kommen ...
Die Wichtigkeit einer optimalen EDV-Lösung zeigte sich in
der Landwirtschaftskammer NÖ durch den EU-Beitritt Österreichs
1995, der die Bauern und ihre Vertretung vor erhebliche Veränderungen
stellte. Für die reibungslose Abwicklung dieser neuen Anforderungen
sorgen unter anderem Computerlösungen von Digital.
Der 1. Jänner 1995 war in gewisser Hinsicht eine Stunde Null für die Bauern Österreichs: Große Befürchtungen vor den Neuerungen waren dem Beitritt zur Europäischen Union vorausgegangen. Durch die Einbindung in den großen Markt wurden die bisher geltenden Marktordnungsregelungen durch die Regelungen der EU abgelöst. Mit der Übernahme der EU-Marktordnungen mußte auch das niedrigere Preisniveau bei vielen Agrarprodukten in Kauf genommen werden. Den österreichischen Bauern wurde dabei keine mehrjährige Übergangsregelung gewährt. Lediglich degressive Ausgleichszahlungen für einen Zeitraum von 4 Jahren federn den drastischen Einnahmensverlust ab. Darüberhinaus erhalten die Bauern die EU-weiten Förderungen wie den Kulturpflanzenausgleich, Tierprämien und Förderungen bei umweltgerechter Produktion. Dezentrale DatenerfassungDie zur Förderungsvergabe notwendigen Daten der Bauern wurden 1995 noch in 5 Erfassungsstellen zentral für ganz Österreich erfaßt. Um den immer komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden, begann man 1996 die Daten dezentral zu erfassen. 350 Angestellte betreuen in der Wiener Landesstelle und den 65 Bezirksbauernkammern die Anliegen der Bauern. Zudem wurden landesweit 44 "Netzwerkkammern" eingerichtet, das sind Bezirksbauernkammern, in denen die EU-Prämienanträge via Computer erfaßt werden. INVEKOS (Integriertes Verrechnungs- und Kostenkontroll- system) lautet der Name des von Brüssel vorgeschriebenen Systems, das die Abwicklung der Datenver^- arbeitung und damit der Ausgleichszahlungen unterstützt. Die Vorteile einer dezentralen Dateneingabe liegen auf der Hand: Die "Netzwerkkammern" liegen in unmittelbarer Nähe der Bauern. Diese müssen keine weiten Wege auf sich nehmen, um die Anträge abgeben zu können. Darüberhinaus sind die Angestellten der Bezirkskammern mit den lokalen Gegebenheiten naturgemäß besser vertraut, was etwa bei der Erfassung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und des Viehbestandes von Nutzen sein kann. Die Daten der Landwirte gelangen von der "Netzwerkkammer" via Datenträger an die Landeskammer, von dort an das land- und forstwirtschaftliche Rechenzentrum und danach an die AMA (AgrarMarkt Austria), welche die EU-Gelder berechnet und auszahlt. Diese aufwendige Abwicklung soll in Zukunft durch ISDN-Verbindungen effizienter und schneller werden, denn die momentanen Anbindungen der Bezirkskammern per Modem schöpfen nicht alle EDV-technischen Möglichkeiten aus. Ziel sollte der virtuelle Zusammenschluß der Zentrale und der Bezirksbauernkammern via Intranet sein. Mit der optimalen Technik in die ZukunftIn der Wiener Zentrale der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer ist derzeit noch eine gewachsene, heterogene EDV-Landschaft anzutreffen, die allerdings auf vier Gebäude verteilt ist. Das Rückgrat der Inhouse-Anwendungen bildet ein LAVC-VAX-Cluster mit zwei 4000/90A und einer MicroVAX 3100/90, an dem 70 VT-Terminals hängen. Daneben ist ein Novell-LAN mit Digital Prioris-Servern und 50 Digital Venturis PC-Clients über Digital Pathworks eingebunden. "Wir haben uns deshalb für Digital-Produkte entschieden, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt", bringt DI Dr. Alfred Hopitzan, Leiter der EDV-Zentrale, seine Zufriedenheit zum Ausdruck. Für die Wartung des Clusters mit der Client- Server-Lösung und der Personalcomputer vor Ort zeichnet Digital-Partner Data Systems verantwortlich. Auf den VAX-Geräten ist das Betriebssystem Digital OpenVMS 6.2 mit der integrierten Büroanwendung Digital ALL-IN-1 installiert sowie eine Oracle-Datenbank und diverse Eigenprogrammierungen. Auf den PC-Clients laufen unter dem Betriebssystem Novell die Büroanwendungen von MS-Office und die Oracle-Datenbank. Der Einsatz von einem Digital Alpha-Server unter Windows-NT unterstreicht die Neuorientierung in der EDV der Landwirtschaftskammer in Richtung Client-Server-Lösungen. In den auf ganz Niederösterreich verteilten lokalen 44 Netzwerken sind Digital Prioris-Server 5120 und 150 Digital PCs als Arbeitsstationen eingesetzt. Computereinsatz am BauernhofStetig wächst auch die Anzahl jener Bauern, die den Computer als wertvolle Hilfe zur Betriebsführung erkennen und schätzen. Das Interesse wächst, zumal es auch in der Landwirtschaft genügend Einsatzbereiche dafür gibt, wie zum Beispiel EDV-gestützte Kellerbücher, Kalkulationsprogramme, Viehhaltungsprogramme, Betriebsplaner und vieles andere mehr. Die Landwirtschaftskammer NÖ hält dazu Informationsveranstaltungen und Schulungen ab, um den Landwirten die Entscheidung angesichts des großen Angebots auf dem Computersektor zu erleichtern. Die Landwirtschaftskammer ist seit 1908 die Interessensvertretung der österreichischen Land- und Forstwirte, die in erster Linie über die Gesetzgebung im Bundes- und Landesbereich von der Buschenschankverordnung bis zum Tierzuchtgesetz wacht. Die niederösterreichische Landwirtschaftskammer wurde als erste Landwirtschaftskammer Österreichs 1922 per Gesetz errichtet Direktinfo: Digital Equipment AG Tel. 0222/86 630-0
|