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Mit dem vom Personal Computer unterstützten Trend in Richtung Client-Server steht auch der Wechsel von der funktionalen zur prozeßorientierten Arbeitsteilung ins Haus. Flankiert von Netzwerktechnologie und der Telekommunikation wird die verteilte Datenverarbeitung zur treibenden Kraft, um Unternehmen den effizienten Einsatz der Ressource Information zu ermöglichen.
Allein eine verbesserte Infrastruktur für die Zirkulation der Datenströme wird strategischen Zielen noch nicht gerecht. Deshalb ist ein wirklich effizientes Informationsmanagement in den meisten Unternehmen noch in weiter Ferne. Wer zum Beispiel einen Report erstellen will und dabei auf verschiedene Informationskanäle zugreifen muß, wird die Unzulänglichkeit der vorhandenen Strukturen 'hautnah' erfahren. Hier kommt die Grundidee des Data Warehouse zum Tragen: so wie man heute in den großen Stores und Warenhäusern alle Einkäufe unter einem Dach erledigen und dabei eine Menge Zeit einsparen kann, genauso bequem sollte es auch der Computeranwender an seinem Arbeitsplatz haben. Und dessen Bedarf an Information 'just-in-time' nimmt exponentiell zu.
Wer heute seine Leistungen dem Kunden wunschgerecht servieren möchte, muß dabei schnell auf unternehmensweite Informationen und Wissensbestände zugreifen können. Nach vorliegenden Prognosen werden nur 20 Prozent der verfügbaren Informationen auch tatsächlich genutzt. Diese Vergeudung wichtiger Ressourcen trifft viele Unternehmen tief ins Mark: wer seine Informationen nicht produktiv nutzen kann, hat schlechte Karten im Wettbewerb. Eine Vielzahl von zumeist inkompatiblen Datenbanken und Systemen, die den gestiegenen Anforderungen an eine flexible Informationsverarbeitung nicht mehr gewachsen sind, bremst die beschleunigte erwerbswirtschaftliche Leistung des Unternehmens.
Die Lösung kann nur lauten, alle Informationen aus internen und externen Datenbanken, Archiven und anderen Quellen für jeden Mitarbeiter bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Zudem steht für komplizierte Programmbefehle und kryptische Abfrageroutinen keine Zeit mehr zur Verfügung. Ruft zum Beispiel ein Kunde an, wird die Information aus dem Lagerbestand abgerufen und anforderungsgerecht serviert. Dazu können überzeugende Lösungen eines Data Warehouse beitragen.
Viele Unternehmen planen in den nächsten Jahren ein Data Warehouse sowie kleinere 'Data Marts' aufzubauen. Parallelrechner und relationale Datenbank-Managementsysteme bilden dabei ein mächtiges Back-end, das zur Aggregation der verschiedenen Informationsströme beiträgt und damit die Voraussetzung für den flexiblen Informationszugriff des Anwenders schafft. Ohne leistungsfähige Front-end-tools werden die mächtigen Back-bones jedoch kaum etwas zu Wege bringen.
Was leisten diese Softwareprogramme, um den Endanwender - ob Top-Manager, Controller, Marketing- oder Vertriebsleiter - an seinem Arbeitsplatz mit 'Business Intelligence' zu versorgen? Denn traditionelle Zugriffskonzepte aus MIS-Zeiten sind bei den heutigen Anforderungen schlichtweg überfordert. Wer heute eine Analyse erarbeiten will, muß sich nach wie vor mit 'Meterware' herumquälen, die mit Handkarren durch die Flure geschoben wird. Informationen geraten dabei durcheinander, unterschiedliche Unternehmensbereiche kommen zu völlig verschiedenen Ergebnissen. Überzeugende Business Intelligence Software wird stabile Zugriffstechnologie, saubere Berichterstellung und Datensicherheit integrieren müssen.
Über eigens formulierte Datenbankabfragen stehen auf dem PC alle gewünschten Informationen in einer benutzergerechten und geschäftsbezogenen Terminologie zur Verfügung. Vor allem: der User kann ohne SQL-Kenntnisse auf die für ihn relevanten Informationen zugreifen, um etwa einen Ad-hoc-Bereich zu erstellen. Überzeugende grafische und leicht zu bedienende Desktop-Werkzeuge für Datenanalyse und Datenabfrage stellt die kanadische Firma Cognos Inc., Ottawa, zur Verfügung.
Impromptu zum Beispiel ermöglicht dem Anwender, Ad-hoc-Analysen und Standard-Reports zu erstellen und die Informationen zugleich ansprechend zu visualisieren. Über einzelne Bausteine für Listen, Diagramme, Text und Bild lassen sich Berichte frei formatieren und mit Hilfe intelligenter Vorlagen etwa für Rechnungen, Versandadressen oder Einnahme-/Ausgabeberichte verknüpfen.
Die geschäftliche Datensicht wird vom Datenbankadministrator nur einmal im 'Informationskatalog' erstellt. Dieser beinhaltet alle Sicherheitsregeln und Kontrollen, wie zum Beispiel Benutzerklassen und Konditionen sowie eine Regelung des Client-Server-'Traffic'. Dazu zählen auch die 'Business Rules', die einzelne Abteilungen wie etwa das Finanz- und Personalwesen interessieren. Impromptus hierarchische Erbungs-Architektur ermöglicht die Verwaltung von Informationen, die unter Umständen auch eine hohe Mitarbeiterzahl in großen Unternehmen betreffen können.
Spezielle Berichtsbeschränkungen wie zum Beispiel Warnungen und Restriktionen können eingerichtet werden, um den Anwender auf ineffizienten Zeitverlust aufmerksam zu machen. Für den Power User bietet Impromptu volle OLE 2.0-Integration, Berichte können in Spreadsheets oder Diagramme in Word-Dokumente integriert werden. Das Windows-Programm benötigt 20 MB Festplattenspeicher und 8 MB RAM, Impromptu unterstützt alle gängigen Schnittstellen zu relationalen Datenbanken und zu einigen ODBC-Datenquellen und Gateways.
Einen Schritt weiter geht PowerPlay, Cognos' Tool für die multidimensionale Entscheidungsunterstützung (DSS). Verglichen mit der Performance von PowerPlay werden Arbeitstage zu Minuten, wenn man sich den früher erforderlichen Aufwand zur Recherche und Analyse von Informationen vor Augen führt. Ob es sich dabei um Prognosen und Rabattberechnungen handelt, um Qualitäts- und Ertragsanalysen, die Liquiditätsberechnung oder um klare Entscheidungsgrundlagen für die Unternehmensleitung Geschäftsabläufe können direkt gesteuert werden.
Während der PowerPlay-Client vier MB Arbeits- und 15 MB Festplattenspeicher benötigt, residiert der PowerPlay-Host auf OpenVMS, RS6000, HP-UX und anderen Unix-Plattformen. Solche Programme treffen in Entscheiderkreisen auf hohe Akzeptanz und machen zugleich als Schaufenster ins Data Warehouse großen Appetit auf die Informationsverarbeitung von morgen. Wie die Gartner Group ermittelte, kann eine Data Warehouse-Projekt bis zu drei Jahren dauern.
Wo immer bei der Zusammenführung von Datenressourcen ein strategischer Vorteil winkt, macht sich Data Warehouse bezahlt. Nicht nur Betriebskosten-, Reporting- und Controllingssysteme kommen als potentielle Gebiete in Frage, so die Einschätzung von Andreas Manhart, Produktmanager der SIS Informationstechnologie GmbH, Wien. Wie Manhart weiß, ist ein Data Warehouse vor allem für die Dienstleistungsbranche ein exzellentes Mittel, ihre Kunden durch besseren Service bei der Stange zu halten.
Ein Paradebeispiel für die Funktionsweise eines Data Warehouse ist die exakte Erstellung von Kaufverhaltensprofilen, die aus Informationen über Mitbewerber und Kunden hervorgehen. Versicherungsunternehmen können aus ihren aktualisierten Kundendaten ermitteln, wo sich neue Sicherheitsbedürfnisse in konkrete Leistungsangebote ummünzen lassen. Insgesamt eröffnet Data Warehouse ein permanentes Feedback über die eigenen Unternehmensprozesse. Damit ist ein wirklich kundenzentrisches Vorgehen möglich geworden. Als eines der größten unabhängigen Systemhäuser Österreichs vertraut SIS bei der Vielzahl seiner Kunden auf die Verläßlichkeit der Cognos Business Intelligence Tools, und zwar insbesondere auf dem Gebiet der Kostenrechnung.
Wer unter dem Dach eines Data Warehouse mit Zahlen umgehen muß, will seine Analysen und Reports am eigenen PC erstellen. Nach einer Prognose der Gartner Group werden Entscheider in Zukunft zehn Prozent ihrer Zeit mit der Anwendung einer Business Intelligence-Software verwenden. Für den Markt, der von der Cognos zunehmend dominiert wird, erwartet die Meta Group bereits für 1997 ein Volumen von weltweit zwei Milliarden Dollar.
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