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steht
auch ein eigener Online-Dienst zur Verfügung.SeniorNet ist eine US-amerikanische Non-Profit-Vereinigung für Menschen, die älter als 55 Jahre sind und sich weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen wollen. Die Vereinigung wurde 1986 in San Francisco gegründet. Sie hat derzeit rund 20 000 Mitglieder. Heute dominiert der PC als Kommunikationswerkzeug. Intel hat sich bereiterklärt, für die amerikanischen SeniorNet-Schulungszentren unentgeltlich Rechner mit Pentium Prozessoren zur Verfügung zu stellen.
Im Zuge des Internet-Aufschwungs erhält das seit einem Jahrzehnt existierende SeniorNet eine neue Ausrichtung. Immer mehr Senioren erkennen, daß außer Telefon und Fernsehen auch ein Home-PC Kommunikation, Information und Unterhaltung bieten kann. So bekommt der derzeit ohnehin stark wachsende Home-PC-Sektor, wie erste gezielte Marktanalysen zeigen, eine neue, anspruchsvolle und zugleich dynami- sche Zielgruppe: die Senioren.
Erwachsene im Alter zwischen 55 und 74 Jahren, so das Ergebnis einer aktuellen neutralen Marktuntersuchung, zählten 1995 mit einem Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den USA zu den am schnellsten wachsenden PC-Käuferschichten. In der Gunst der Senioren stehen die leistungsstarken Pentium PCs ganz oben. Denn mit diesen Rechnern können sie sich problemlos in den beliebten Internet-Online- Service Multimedia Showcase des World Wide Web einklicken.
Mit Hilfe dieses Online-Schaufensters kundschaften SeniorNet-Teilnehmer aus, wie und in welchem Maße eine moderne, auf Multimedia ausgerichtete Computer-Technologie das Leben der älteren Generation erleichtern und verschönern kann. Senioren erfahren hier, daß sie durch Technologie auf vielfältige Art mit der modernen Welt in Verbindung bleiben, daß sie auf völlig neuen Wegen mit Familienmitgliedern und Freunden Kontakt halten oder neue, aufregende Bekanntschaften schließen können.
In den Netzen von America Online und Microsoft steht der Dienst SeniorNet Online zur Verfügung. Er bietet eine ganze Reihe von Diskussionsforen wie auch eine Klatschecke, in die sich die Netzteilnehmer live einschalten können. In den Diskussionsreihen geht es in erster Linie um Politik und Reisen, aber auch um konkrete Lebenshilfe. Beispielsweise wird Netzteilnehmern, die ihren Lebenspartner verloren haben, Trost und Beistand geboten. Weitere Online-Programme verbinden Senioren mit Schulkindern oder Studenten. Die junge Generation bekommt hierbei Gelegenheit, sich von der älteren Generation erlebte Geschichte vermitteln zu lassen, etwa Episoden aus dem Zweiten Weltkrieg oder der großen Wirtschaftsdepression des Jahres 1929.
Jeden Mittwoch können interessierte SeniorNet-Teilnehmer an einer PC-Online-Runde teilnehmen, in der ein Meinungsaustausch über aktuelle Ereignisse stattfindet. So wird mit den Mitteln der elektronischen Kommunikation eine alte amerikanische Tradition wiederbelebt: Freunde und Nachbarn treffen sich zwanglos auf der Veranda eines Hauses und plauschen miteinander.
SeniorNet betreibt in allen US-Bundesstaaten in Verbindung mit den Ortsgemeinden derzeit insgesamt 78 Schulungszentren. In speziell auf Senioren abgestimmten Trainingsprogrammen erlernen die Interessenten den Umgang mit der PC-Tastatur, der Maus und das "Surfen" im Internet. Bis jetzt haben etwa 65 000 Erwachsene ab 55 Jahren von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Der älteste Schulungsteilnehmer war 101 Jahre alt. Die Senioren sind, entgegen herkömmlicher Ansicht, alles andere als technikfeindlich. Im Gegenteil: Die Schulungszentren haben Schwierigkeiten, die große Nachfrage zu bewältigen.
Mittlerweile wurde das wachsende Interesse der Senioren am Personalcomputer von unabhängigen Marktforschungsinstituten bestätigt. Eine der jüngsten Untersuchungen, von Intel und SeniorNet in Auftrag gegeben, ermittelte für 1995, daß unter den erwachsenen Amerikanern, die älter als 55 Jahre sind, derzeit immerhin 30 Prozent im Besitz eines Computers sind. Im Juli 1994 waren es erst 21 Prozent. Daraus resultiert ein Anstieg um 43 Prozent in 16 Monaten.
In der Altersgruppe zwischen 55 und 64, in der Senioren zumeist noch im Berufsleben stehen, besitzen bereits 40 Prozent zu Hause einen Personalcomputer. Bei den 75-jährigen oder noch älteren US-Bürgern verfügen 11 Prozent über einen eigenen PC. Bildung und Ausbildung sind entscheidend für die Anwendung eines Home-PCs. Von den Senioren mit Hochschulabschluß sind 53 Prozent im Besitz eines Personalcomputers. Unter den Senioren hingegen, die nur die Grundschule absolviert haben, konnten sich nur sieben Prozent für einen eigenen PC entscheiden. Männer sind unter den PC-Besitzern der älteren Generation weitaus stärker vertreten als Frauen - wenn der Computer nicht zum Familieninventar gehört.
"Als ich SeniorNet 1986 ins Leben rief, war kaum vorstellbar, daß Senioren einmal ein maßgebliches Segment am Computermarkt für sich in Anspruch nehmen würden", so wundert sich Dr. Mary Furlong, Vice President und Mitbegründerin von SeniorNet, über den Wandel der Zeit und ergänzt: "Aber die Statistiken zeigen ganz klar, daß die ältere Generation aktiv am Informationszeitalter teilnehmen kann und dies auch will."