3/96

Neue Impulse im deutschen Outsourcing-Markt

Die jahrelang konservative Grundeinstellung deutscher Unternehmen gegenüber dem innovativen Organisationskonzept Outsourcing ist Vergangenheit.

Nach neuesten Prognosen des Marktforschungs- und Beratungshauses Input wird der deutsche Outsourcing-Markt zwischen 1995 und 2000 um durchschnittlich 23 Prozent wachsen und ist damit auf dem Wege, zu den europäischen Vorreitern Frankreich und Großbritannien aufzuschließen.

Typisch für post-rezessive Phasen ist der starke Einfluß des Kostensenkungsdruckes, der Outsourcing-Anbietern wenig Möglichkeiten läßt, ihren Kunden Qualitätsverbesserungen im Zuge der Auslagerung ihrer Informationsverarbeitungs-Funktionen mit anzubieten.

"Doch die Phase der 'Cheap MIPS' ist vorbei", so der Input-Analyst Felix Hamann. "Unternehmen erkennen heute, daß der Mehrwert der Informationstechnik nicht mehr in der Automatisierung bestehender Geschäftsprozesse zu suchen ist, sondern erst dann ertragswirksam wird, wenn Spitzentechnologie zum Re-engineering der bestehenden Prozesse eingesetzt wird". Außerdem, so Hamann, hätten einige Unternehmen Schiffbruch erlitten, die nach Auswahl eines billigst anbietenden Rechenzentrums im Ernstfall ohne den notwendigen Support zurückgelassen wurden.

Maßgeschneiderte Angebote

Als weitere Erfolgsfaktoren im Outsourcing-Markt erweisen sich zur Zeit flexibel gestaltete Outsourcing-Angebote, die die stark individualisierten Kundenwünsche einer Auslagerung reflektieren. So bietet Hewlett Packard beispielsweise ein "Selektives Outsourcing" an, das nach einer umfangreichen Analyse gezielt Teilbereiche der Informationsverarbeitung eines Unternehmens zur Disposition stellt, und somit Kunden die Angst vor einer "Alles oder Nichts-Entscheidung" nimmt. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich außerdem Outsourcing-Angebote, die flexible Verechnungsmodi offerieren. Unter dem Schlagwort "Valued-Based Pricing" bieten Anbieter wie Andersen Consulting oder DS eine Vergütung ihrer Leistungen gekoppelt an ausgewählte Erfolgskennzahlen des Kundenunternehmens. Diese Konzepte unterstreichen den partnerschaftlichen Charakter, der im Vordergrund der Gestaltung eines Outsourcing-Vorhabens stehen sollte.

Neben Desktop Services Outsourcing, der Verantwortungsübernahme für PCs und deren Netzwerke, ist das neu aufkommende SAP R/3 Outsourcing eines der stärksten Wachstumssegmente im deutschen Markt. Der Siegeszug von SAP R/3 wird somit um eine weitere Komponente ergänzt indem Unternehmen einem Serviceanbieter den Betrieb, die Wartung und den Support ihrer SAP Client-Server-Systeme überantworten. In diesem Feld sind auch kleinere Outsourcing-Anbieter äußerst erfolgreich.

Der Originaltitel der Studie lautet "Outsourcing in Europe - Competitive Analysis 1995". Zu beziehen ist sie bei Input GmbH, D-35428 Langgöns, Tel. 0049-6403/911 420, Fax: 0049-6403/911413