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Der neue Produktbereich mit der Bezeichnung Multimedia Group befaßt sich mit der Nutzung von Kabelinfrastrukturen für multimediale Kommunikation. Im Vordergrund stehen dabei Lösungen, mit denen TV-Kabelnetze für den Telefonverkehr und die Datenübertragung nutzbar werden. Dadurch können Unternehmen und Privathaushalte, die über einen Fernsehkabelanschluß verfügen, über diesen auch telefonieren und auf Online-Dienste oder das Internet zugreifen.
Zielgruppe sind sowohl die heutigen Betreiber von Kabelnetzen als auch die neuen privaten Telekommunikationsgesellschaften, die künftig in den Wettbewerb mit den diversen "Telekoms" treten wollen.
Mittels der "CableComm"-Technologie wird die Nutzung der TV-Breitbandkabel für den Telefonverkehr möglich. "Das in Deutschland verlegte TV-Kabelnetz ist eine universelle Breitbandinfrastruktur, die für die Massenversorgung der Bevölkerung erwiesenermaßen geeignet ist: Es stellt eine enorme Ressourcenverschwendung dar, dieses Netz ausschließlich für die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen zu verwenden", erläutert dazu Rudy Genar, Leiter der neu eingerichteten Multimedia Group.
Zur Realisierung müssen die derzeitigen TV-Kabelnetze mit neuen Verstärkern ausgerüstet werden, um statt der heutigen Ein-Weg-Kommunikation (TV zum Konsumenten) auch die Zwei-Weg-Kommunikation (Telefongespräch in beiden Richtungen) zu ermöglichen.
Die Bereitstellung einer Gesprächsverbindung erfolgt dabei auf Anfrage, die Leitung wird für den Verbraucher nur solange aufrecht erhalten, wie tatsächlich ein Gespräch geführt wird. Das hat Ähnlichkeit mit der Zuweisung von Funkkanälen in Mobilkommunikationsnetzen. Angeschlossen werden können analoge aber auch ISDN-Telefone.
Für den Zugang zum Internet oder zu Online-Diensten hat Motorola das Kabelmodem "CyberSURFR" entwickelt. CyberSURFR stellt eine Download-Bandbreite von 10Mbps (Megabit pro Sekunde) bereit; damit sind Internet-Seiten praktisch so schnell auf dem Bildschirm wie ein Fernsehprogramm beim Druck auf eine Kanaltaste an der Fernbedienung - so Motorola.
Das Gerät steht TV-Kabelgesellschaften im zweiten Halbjahr 1996 zu Testzwecken zur Verfügung. Eine breite Verfügbarkeit für Endverbraucher ist laut Motorola allerdings erst Ende 1996 zu erwarten.
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