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Die Installation ist in wenigen Minuten über die Bühne gegangen. Die für die Hardware zuständige Bedienungsanleitung ist gut dokumentiert und auch für Laien leicht verständlich.
Alle erklärungsbedürftigen Bereiche, wie Umschalten von Ton- auf Impulswahl oder der Anschluß an eine Nebenstellenanlage werden einfach und klar dargestellt. In den mitgelieferten Unterlagen werden auch alle Gerätespezifikationen und Steckerbelegungen genannt.
Die Tastatur kommt vom Hersteller Cherry und ist mit Goldkontakten ausgestattet. Die üblichen 102 Tasten der IBM-AT kompatiblen Tastatur weisen als Besonderheit vier, sonst nicht vorhandene Tasten für den Telefonbetrieb auf, der Zehner-Block dient gleichzeitig als Tastenfeld für das Telefon.
Hier sind auch die von herkömmlichen Telefonen bekannten Funktionstasten # und * untergebracht, ergänzt durch weitere Tasten für Wahlwiederholung und Wahlpause, Kurzwahltaste sowie einer Programmiertaste zum Einstellen des Wahlverfahrens oder der Tonruf Melodie.
Über dem Nummernblock sind die vier Telefon-Spezialtasten angebracht. Ganz links die Taste zum Umschalten des Nummernblocks auf Telefonbetrieb bei eingeschaltenem PC, rechts davon die Leitungstaste zum Aufbau oder Trennen einer Verbindung, daneben noch eine Lautsprechertaste für die Freisprecheinrichtung und eine Mute-Taste.
Lautsprecher und Mikrofon der Freisprecheinrichtung sind ebenfalls in der Tastatur untergebracht, der Lautsprecher über dem Zehner-Block und das Mikrofon an der Vorderseite in Höhe der Strg-Taste. Bedenken hatte ich bei dieser Position, da man gerade beim gleichzeitigem Schreiben und Freisprechen zwangsläufig ständig die linke Hand über dem Mikrofon hat, im Betrieb stellte sich das aber nicht als Problem heraus, die Gesprächspartner merkten - wenn überhaupt - nur geringe Unterschiede in der Lautstärke. Über den eingebauten Verstärker läßt sich die Lautstärke den persönlichen Wünschen gemäß anpassen.
In der Tastatur sind auch die Anschlüsse für das Telefonkabel, den Hörer sowie für ein Headset (= Kopfhörer mit integriertem Mikrofon, um beide Hände beim Telefonieren freizuhaben) untergebracht, sowie ein zusätzlicher Regler für den Lautsprecher und das Headset. Die Lautstärkeregler haben nur einen begrenzten Regelbereich, das heißt, sie regeln die Lautstärke nicht bis zur Lautlosigkeit ab. Der Tasten-Anschlag wurde als angenehm empfunden, aber ohne klaren Druckpunkt. Im großen und ganzen erweckt die Tastatur einen soliden Eindruck.
Der Telefonhörer ist ohne zeitgeistiges Schnickschnack ausgeführt und wirkt robust, ebenso die dazugelieferte Ablageschale für den Hörer, der wirklich nur abgelegt wird, wobei die Tatsache ungewohnt ist, das die Trennung der Verbindung nur über die Tastatur erfolgt - in den ersten Tagen kann man schon mal darauf vergessen mit einem extra Tastendruck aufzulegen.
Das Phoneboard läßt sich problemlos in einer Nebenstellenanlage betreiben, eine Amtsvorwahl kann eingestellt werden. Es sind auch mehrere Tonruf-Melodien einstellbar, damit leichter erkennbar ist, wessen Telefon gerade läutet.
Getestet wurde ebenfalls das als Option angebotene Headset. Für berufliche Vieltelefonierer, die beim Telefonieren beide Hände frei haben wollen, stellt es eine überzeugende Arbeitserleichterung dar. Das "Codis Profile Headset" wird mit einem Ohrclip, Ringbügel in vier verschiedenen Größen sowie einem Kopfbügel ähnlich einem Walkman-Kopfhörer geliefert, sodaß man eine individuelle Version zusammenstellen kann. Auch hier erweckt das ganze Headset einen durchdachten und robusten Eindruck, vor allem die vielen verschiedenen Einstellmöglichkeiten fallen angenehm auf. Zusätzlich ist es möglich, das Headset erst nach dem Wählvorgang in die Leitung zu schalten. Für Vieltelefonierer sicher ein angenehmes Feature!
Das Phoneboard wird mit Software zur Ansteuerung des Computertelefons unter DOS und unter Windows geliefert. Die Installation des auf einer 3.5" Diskette gelieferten Programmes läuft unter DOS wie Windows gleichermaßen einfach ab, Diskette einlegen, Install aufrufen und los geht's!
Auch die Konfiguration ist problemlos, eingestellt werden Parameter wie die Amtsanwahl bei einer Nebenstellenanlage, die Ortsvorwahl, ob Impuls- oder Tonwahlverfahren benutzt wird, wobei interne und externe Wahl bei Nebenstellenanlagen getrennt einstellbar sind. Sollten bei der (an und für sich selbsterklärenden) Konfiguration trotzdem irgendwelche Fragen auftauchen, gibt eine beigelegte Programmieranleitung Hilfestellung.
Das Programm Telewin kann von verschiedenen Anwendungen Telefonnummern übernehmen. Mit der Maus wird die gewünschte Nummer angeklickt, mittels Hotkey wird der Telewin-Task gestartet und mit Enter wird die Nummer gewählt. Unter Winword 6.0 war es nicht ganz so einfach; man mußte die gewünschte Nummer in die Zwischenablage kopieren - dann ging's aber wieder ganz problemlos. Unter Access funktionierte es dann aber wirklich so einfach wie versprochen - Zeiger ins Feld setzen, mit dem Hotkey Telewin aufrufen - die Nummer wird gewählt. Drag and Drop funktioniert nicht, es ist aber möglich, Rufnummern per DDE (=Dynamic Data Exchange) zu übernehmen, wobei der Datenaustausch nach dem Client-Server Prinzip erfolgt. Eine Windows-Anwendung stellt als Server Daten zur Verfügung, die von Client-Anwendungen (Telewin) angefordert werden.
Das bietet sich für den Betrieb mit Datenbanken an; zum Beispiel Kunden nachtelefonieren oder beim Telefonmarketing. Die Konfiguration von DDE ist ebenso einfach wie das gesamte Programm aufgebaut, sollte sich ein Menüpunkt nicht von selbst erklären, werden Unklarheiten im Manual beseitigt. Es können übrigens bis zu fünf Anwendungen in der DDE-Liste eingetragen werden.
Telewin kann so in Adreßverwaltungen eingebunden werden, wobei es natürlich möglich ist, sowohl interne (bei Nebenstellenanlagen) als auch externe Nummern anzuwählen. Es können Rufnummern aus einem Kurzwahlregister ausgewählt werden, bis zu 500 Nummer haben darin Platz. In Telefonanlagen kann ein laufendes Gespräch mit [Alt] + [F4] oder dem entsprechenden Bedienelement verbunden und genauso wieder zurückgeholt werden. Dabei können bis zu 10 Nummern mit bis zu 25 Ziffern im Rufnummernspeicher abgelegt werden. Weiters ist eine Anruferkennung integriert, eine Selbstverständlichkeit bei Kommunikations- software.
Mit Win-GDS wird eine Gesprächsdatenerfassung mitgeliefert, mit der es möglich ist, eine Übersicht über Datum und Gesprächsdauer, den Gesprächspartner (gewählte Telefonnummer) und - sofern vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt - über die laufenden Gebührenimpulse zu erhalten.
Mit Win-GDS lassen sich auch komplette Monatsabrechnungen erstellen. In einem Dialogfenster kann man angeben, wann die Übernahme der Gesprächsdaten erfolgen soll. Das Programm übernimmt zu diesem Zeitpunkt die Gesprächsdaten und legt diese als Monatsdatei automatisch in einem eigenen Jahresverzeichnis ab. Diese Monatsfiles können dann weiter bearbeitet werden, es kann auch eine statistische Übersicht über Gesamtgesprächsdauer, die Kosten der Gespräche, sowie über die Anzahl der internen und externen Gespräche erstellt werden. Ebenso ist eine Suchfunktion integriert, mit der es möglich ist, beispielsweise nach Telefonnummern zu suchen. Selbstverständlich lassen sich sämtliche Statistiken auch ausdrucken.
In der Software integriert ist die Möglichkeit, sich bei einem Callbackservice namens TelePassport anzumelden. Mit Callbackservices ist es möglich, von jedem Telefon zu günstigen Tarifen nach Übersee zu telefonieren.
Im Alltagsbetrieb ist das Codis Phoneboard durch seine gute Verarbeitungsqualität, seine umfassende Dokumentation und seine bedienerfreundliche Software eine gute Unterstützung für den PC-Arbeitsplatz im Büro. Eigentlich sollte die Tastatur und vor allem das Telefon auch den langen und intensiven Gebrauch im doch manchmal recht rauhen Alltag gut überstehen. Laut Herstellerangaben soll sie jedenfalls stabiler als eine herkömmliche PC-Tastatur sein.
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