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Wir! Sind! Kein! Händler!!!Falls Sie sich schon mal über das Greißlersterben beklagt haben, hat Walter Forbes schlechte Nachrichten: das nächste Jahrhundert wird noch brutaler, und er arbeitet hart am Untergang der Supermarktketten, Autohändler und Versandhäuser.von Evan I. SchwartzÜbersetzung Reinhard Gantar
Eines Abends im Jahr 1973 fand sich Walter Forbes unter seinen Kollegen in einem Restaurant in Cambridge in Massachusetts. Seine Gesellschaft bestand aus Leuten aus seiner kleinen Konsulentenfirma und einer Gruppe von Dozenten von Harvard. Die Konversation drehte sich um die Zukunft des Einzelhandels. Früher, in den 60ern, war Forbes ein langhaariger Student der Publizistik gewesen, aber an jenem Abend war aus dem Ex-Schreiberling schon ein Absolvent der Harvard Business School geworden, der nur um eine Spur radikaler war als seine früheren Studienkollegen. "Irgendjemand sagte, 'Wäre es nicht schön, wenn man auf Verkaufslokale verzichten könnte'", erinnert sich Forbes heute, "und die Produkte einfach direkt von der Fabrik in die Wohnzimmer der Leute schicken könnte, die alles über Computer bestellen würden?" Es gab einen einfachen, aber unwiderstehlichen Gedanken bei dieser Idee: Keine Verkaufslokale hieß keine Liegenschaften. Für Forbes war das eine Wende in seinem Leben und der Beginn eines längeren Unternehmens: Das Neuerfinden des grundlegenden Business Modells für Groß- und Detailhandel mit Konsumgütern.
Das größte Hindernis war in den frühen 70ern, daß der PC noch nicht erfunden war - das sollte noch Jahre dauern und der leichte Zugang zum Internet noch länger. Das Thema verschwand bald wieder aus der Konversation jenes Abends. "Alle hatten das gleich wieder vergessen", sagt Forbes, "alle, außer mir." Daten statt KochtöpfeSpäter im selben Jahr gründete Forbes Comp-U-Card, Inc. Die Firma hatte als Gegenstand Forbes "Online-Traum", wie er das nennt. Obwohl der erste Proto-PC-Bausatz ein Jahr später in einem Elektronikshop in Albuquerque erfunden wurde, war Forbes noch etwas zu früh dran. Die neue Firma war erfolglos. Er versuchte sie 1980 noch durch den Einstieg in das gerade entstehende und vielversprechende Videotextgeschäft zu retten. Forbes fand einige Blue Chip-Investoren, die 14 Millionen Dollar für Entwicklung alternativer Formen des Einzelhandels spendierten. Das Ziel war ein Online Shopping Service, die Lieferung von Nachrichten, Werbung und Information von zentralen Großrechnern zu Konsumenten mit Heimterminals. Das Videotextgeschäft machte eine unvergeßliche Bauchlandung und Forbes verlor jeden einzelnen Dollar seiner Investoren........ Monitor Ausgabe 1/98 Nachbestellen Copyright: A9 Wired Magazine Group, Inc., Compilation copyright: Hotwired, Inc. |